Gebäude & Ausstattung
Gebäude und Ausstattung
In der Aufbauphase können wir zunächst die ehemalige Außenstelle des Max-Planck-Gymnasiums nutzen und dort nach und nach weiterwachsen, bis der Neubau fertiggestellt ist. Für das Startjahr 2026 ist allerdings eine Übergangslösung notwendig: In diesem ersten Schuljahr werden wir vorübergehend Räumlichkeiten unter dem Dach der Oberschule Süd nutzen.
Diese besondere Aufbauphase eröffnet Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie dem Kollegium eine seltene Gelegenheit: Sie können den Entstehungsprozess einer Schule von Beginn an miterleben und aktiv mitgestalten. So wächst das Käthe-Stüve-Gymnasium schrittweise zu einer gemeinsamen Schulgemeinschaft heran – zum Wohl seiner Schülerinnen und Schüler.
Wie in unserem Erscheinungsbild unsere pädagogischen Überzeugungen auch sichtbar werden, lesen Sie HIER.
Vision für den Neubau des Käthe-Stüve-Gymnasiums
Grundlage: Lernverständnis und pädagogisch-kulturelle Leitidee
Der Neubau des Käthe-Stüve-Gymnasiums ist mehr als ein funktionales Schulgebäude. Er ist Ausdruck unseres pädagogisch-kulturellen Qualitätsrahmens, der auf den Prinzipien Selbstwirksamkeit, Stärkenorientierung, Lebensweltbezug, Ganzheitlichkeit, Partizipation und Diversität gründet. Getragen wird dieser Rahmen von einer kulturellen Ausrichtung, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte schulische Leben zieht.
Im Mittelpunkt stehen die Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Voraussetzungen, Stärken und Bedürfnissen. Sie sind nicht nur Ausgangspunkt für unser pädagogisches Handeln, sondern auch für die architektonische Gestaltung des Neubaus. Raum und Pädagogik werden also bewusst aufeinander bezogen gedacht.
Dabei knüpft die Schule an die Haltung an, die mit dem Namen Käthe Stüve verbunden ist: soziale Verantwortung, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Mut zur eigenen Position und ein Bildungsverständnis, das über reine Wissensvermittlung hinausgeht.
So wird Lernen auch als aktiver, selbstgesteuerter und sozial eingebetteter Prozess verstanden. Auf Impulse (von Lehrern, Schülern, Kooperationspartnern…) folgen eigenverantwortliche Arbeitsphasen, kooperative Prozesse und projektorientiertes Arbeiten. Fachgrenzen treten zugunsten eines vernetzten, fächerübergreifenden Denkens in den Hintergrund. So entsteht eine Lernkultur, die gymnasialen Anspruch mit Selbstständigkeit, Kreativität und gemeinsamer Verantwortung verbindet.
Kreativität zeigt sich dabei nicht nur in den künstlerischen Fächern. Sie durchzieht den gesamten Schulalltag: im Fragenstellen, im Ausprobieren, im Entwickeln eigener Ideen, im Präsentieren, im Reflektieren und im gemeinsamen Gestalten.
FLOW im Jahrgangscluster
Das Gebäude macht diese Ausrichtung räumlich erfahrbar: Die räumliche Struktur ist ein konsequent vom heutigen Jugendlichen (hauptsächlich Jahrgänge 8-10) aus gedachter Lern- und Lebensraum. Dieser vermittelt Sicherheit, ermöglicht sowohl Teilhabe als auch Differenzierung und unterstützt eigenverantwortliches Lernen.
Die Schule ist dementsprechend in Jahrgangscluster gegliedert, die zum einen klare Orientierung geben und zugleich Freiräume eröffnen. Innerhalb dieses Clusters bewegen sich die Schülerinnen und Schüler selbstständig und wählen ihren Lernort entsprechend ihrer Aufgabe, ihrer individuellen Bedürfnisse und ihrer Stärken. Das Prinzip „Selbstwirksamkeit“ wird durch die Freie LernOrtWahl (FLOW) auch räumlich möglich.
Die Cluster sind als zusammenhängende pädagogische Einheiten angelegt. Im Zentrum jedes Clusters liegt der gemeinschaftliche „Marktplatz“ als ein offener, lebendiger Ort des Austauschs. Hier wird diskutiert, gearbeitet, präsentiert und ausgestellt. Von diesem Mittelpunkt aus erschließen sich die unterschiedlichen Lern- und Arbeitsbereiche: Inputräume (kurze Impulse), Lernbüros (für jeden einen Arbeitsplatz), offene Arbeitsbereiche (Kooperation und Kommunikation) sowie geschützte Räume für Rückzug, Coaching, Beratung, Sprachförderung und inklusive Unterstützung. Integrierte Einzeltoiletten (drei kleine Räume pro Jahrgang selbstständig zuzuordnen, z.B. m,w,d) tragen zu einem selbstverständlichen Umgang mit Diversität bei. So entsteht für jeden Jahrgang eine räumliche Heimat.
Ergänzt wird die Clusterstruktur durch jahrgangsübergreifende Räume wie die Schülervertretung und die Bibliothek / Mediathek / „Spielothek“, die zum Lesen, Arbeiten, Recherchieren, Austauschen, Spielen und Verweilen einlädt und die Stüve-Kultur des gemeinsamen Lernens stärkt.
Die Dachterrasse, als Ort für Bewegung und Regeneration, ist die Krönung des Neubaus.
Kulturlandschaft
Die kulturelle Ausrichtung des Käthe-Stüve-Gymnasiums ist im Gebäude unmittelbar erlebbar. MuKuBi-Fachräume (Kunst, Musik, Darstellendes Spiel), Sammlungen (Kunst, Musik, Kostüme, Requisite, Bühnenbild) und Werkstätten (Drucken, Plastik, Werken, Textil, Tonstudio) sind funktional zusammen gedacht und eng miteinander vernetzt. Sie bilden einen zusammenhängenden Produktions- und Erfahrungsraum, durch den kreative Prozesse vom ersten Entwurf bis zur Präsentation räumlich unterstützt werden.
Die Bühne bildet das kulturelle Herz des Gebäudes. In Verbindung mit Aula und Mensa entsteht ein zentraler Ort für Aufführungen, Ausstellungen, Versammlungen und Begegnungen auch mit Eltern, außerschulischen Partnern und kulturellen Institutionen. Hier wird sichtbar, was die Schule ausmacht: gemeinsames Erleben, kultureller Ausdruck und soziale Verbundenheit.
Atmosphäre, Materialität und Farbkonzept
Bereits beim Betreten des Gebäudes atmet man auf: „Ist das schön!“ Ein Gefühl von Wärme, Sicherheit und Zugehörigkeit entsteht. Hier ist ein Ort, an dem man willkommen ist, gesehen wird und sich entfalten darf.
Die Schülerinnen und Schüler kommen in eine Schule, die nicht auf starre Taktung ausgerichtet ist, sondern auf ein bewusstes Ankommen (Morgenatelier). Denkbar ist demnach eine Ankommenskultur mit Bereichen zum Ablegen von Jacken, Taschen und gegebenenfalls Schuhen. Dadurch wird das Gebäude stärker als geschützter Lern- und Lebensraum erlebbar.
Die Qualität der Räume wirkt pädagogisch. Sie beeinflusst, wie Schülerinnen und Schüler sich bewegen, wie sie miteinander umgehen und wie sehr sie sich mit ihrer Schule identifizieren. Räume, die mit Sorgfalt gestaltet sind, fördern Wertschätzung und damit auch einen achtsamen Umgang mit dem Gebäude.
Die Wege durch das Gebäude führen nicht durch enge Flure, vorbei an verschlossenen Räumen, sondern durch eine klar strukturierte Abfolge ästhetisch und atmosphärisch unterschiedlich gestalteter offener Räume. Viel Tageslicht und offene Sichtachsen schaffen Orientierung, Weite und Übersicht.
Ein stimmiges Farbkonzept ist dabei wesentlich. Farben sind nicht zufällig oder rein dekorativ eingesetzt, sondern bewusst auf die jeweilige Raumfunktion abgestimmt. In Rückzugs- und Regulationsbereichen unterstützen ruhige, ausgleichende Farbtöne sowie ansprechende Motive oder Tapeten eine Atmosphäre von Geborgenheit und Entlastung. In Werkstätten, Marktplätzen und Begegnungszonen wirken die Farben lebendiger und aktivierender, um Neugier, Ausdruck und Experimentierfreude zu fördern.
Materialien, Arbeitsmittel, Werkzeuge und persönliche Gegenstände benötigen fest zugeordnete Plätze, ohne dauerhaft sichtbar zu sein. So sind integrierte Stauraumlösungen und geschlossene Einbauschränke von Beginn an mitgedacht. Sie reduzieren visuelle Reize, sorgen für Ordnung und Sauberkeit und tragen dazu bei, dass offene Bereiche auch im Alltag als ruhig, klar und funktional wahrgenommen werden.
Natürliche Materialien wie Holz vermitteln nicht nur Wärme, sondern auch Wertigkeit. Glas sorgt für Transparenz, Verbindung und Offenheit. Das Gebäude ist modern, aber nicht kühl durch eine dominante graue Sichtbetonästhetik. Es macht Lust auf Neues! Hier darf ich ankommen, mich orientieren und loslegen!
Der Neubau wird damit zum sichtbaren Ausdruck unseres Mottos „Gemeinsam wachsen. Gemeinsam gestalten.“ Schülerinnen und Schüler, Eltern, Kollegium, Schulträger und weitere Partner gestalten gemeinsam einen Lern- und Lebensraum, der Sicherheit gibt, Kreativität ermöglicht, Gemeinschaft stärkt und junge Menschen zur aktiven Mitgestaltung der Zukunft befähigt.